TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon) wird oft als alleiniger Marker für die Schilddrüsenfunktion genutzt, doch bei Stress ist Vorsicht geboten. Akuter psychischer oder physischer Stress kann über die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse (HPA-Achse) die TSH-Sekretion dämpfen – der Wert fällt dann tiefer aus, ohne dass eine echte Schilddrüsenüberfunktion vorliegt. Chronischer Stress hingegen kann zu einer milden Erhöhung des TSH führen, begleitet von niedrigen fT3-Spiegeln („Low-T3-Syndrom“). Wichtig: Ein einzelner TSH-Wert sagt wenig über die periphere Schilddrüsenwirkung aus. Ergänzend sollten fT3, fT4, Reverse-T3 und ggf. Schilddrüsenantikörper (TPO, Tg) gemessen werden. Auch Cortisol, DHEA und Entzündungsmarker (CRP, IL-6) helfen, das Stressprofil einzuordnen. Die Evidenz basiert überwiegend auf Beobachtungsstudien; es gibt keine standardisierten Cut-offs für „Stress-TSH“. Wer unter anhaltender Erschöpfung, Gewichtsschwankungen oder Schlafstörungen leidet, sollte nicht allein auf TSH achten, sondern ein erweitertes Hormon- und Stresspanel mit einem Arzt besprechen. MyBody-X-Tests können erste Hinweise liefern, ersetzen aber keine ärztliche Abklärung.
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