Transferrin ist ein essenzielles Eisentransportprotein, das Eisen im Blut bindet und zu den Zellen transportiert. Bei Stress – sowohl psychisch als auch physiologisch – wird das Eisenstoffwechsel-System über das Hormon Hepcidin reguliert. Akuter oder chronischer Stress kann die Hepcidin-Produktion erhöhen, was die Eisenfreisetzung aus Makrophagen und die Darmabsorption hemmt. Dies kann zu einer funktionellen Eisenverfügbarkeitsminderung führen, ohne dass die Transferrin-Konzentration selbst stark schwankt. Die Transferrin-Sättigung (Anteil des gebundenen Eisens) sinkt dabei oft, während das Gesamt-Transferrin leicht ansteigen kann. Allerdings ist die direkte Evidenz für eine spezifische Rolle von Transferrin in der Stressantwort begrenzt. Die meisten Studien untersuchen den Gesamteisenstatus oder Entzündungsmarker wie Ferritin. Ein direkter kausaler Zusammenhang zwischen Transferrin und Stress ist nicht gut belegt. Daher ist Vorsicht geboten: Ein einzelner Transferrin-Wert ohne klinischen Kontext sagt wenig über Stress aus. Für eine umfassende Bewertung sollten weitere Biomarker (Ferritin, CRP, Cortisol) und die individuelle Symptomatik berücksichtigt werden.
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