Ein niedriger tTG-IgA-Wert (Gewebetransglutaminase-IgA) ist in der Zöliakie-Diagnostik in der Regel als negatives Ergebnis zu werten, d.h. es liegt wahrscheinlich keine aktive Zöliakie vor. Allerdings gibt es wichtige Einschränkungen: Bei IgA-Mangel (Prävalenz ca. 1:500) kann der tTG-IgA falsch-negativ sein; dann sollte tTG-IgG oder EMA-IgG bestimmt werden. Auch bei streng glutenfreier Ernährung sinkt tTG-IgA oft in den Normalbereich, selbst wenn die Zöliakie noch besteht. Ein niedriger Wert allein schließt eine Zöliakie also nicht sicher aus, wenn klinischer Verdacht oder Risikofaktoren bestehen. Die aktuellen Leitlinien (ESPGHAN, ACG) empfehlen bei unklaren Fällen eine HLA-Typisierung (DQ2/DQ8) und/oder eine Dünndarmbiopsie. Für Gesunde ohne Risiko ist ein niedriger tTG-IgA jedoch beruhigend. Caveat: Keine Selbstdiagnose; ärztliche Interpretation ist erforderlich.
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