Bei IgE-Allergietests und Müdigkeit ist Vorsicht geboten: Ein erhöhtes Gesamt-IgE oder positive spezifische IgE-Werte zeigen lediglich eine Sensibilisierung an, nicht zwangsläufig eine klinisch relevante Allergie. Müdigkeit kann viele Ursachen haben (Schlafmangel, Stress, Eisenmangel, Schilddrüsenprobleme, Infekte, etc.). Ein IgE-Test allein erklärt Müdigkeit selten. Evidenz: Spezifische IgE-Tests sind für Typ-I-Allergien (z. B. Pollen, Hausstaubmilben) gut validiert, aber der Zusammenhang mit Müdigkeit ist schwach und meist indirekt (z. B. durch Schlafstörungen bei allergischer Rhinitis). IgG-basierte „Lebensmittelunverträglichkeitstests“ sind nicht evidenzbasiert und werden von Fachgesellschaften abgeraten. Klinische Praxis: Bei unklarer Müdigkeit sollte eine strukturierte Anamnese und ggf. weitere Diagnostik (Blutbild, Schilddrüse, Eisen, Vitamin D, Schlafapnoe-Screening) erfolgen, bevor IgE-Tests interpretiert werden. Caveat: Überinterpretation von IgE-Ergebnissen kann zu unnötigen Diäten oder Ängsten führen.
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