Zink wird oft als ‚Immun-Booster‘ beworben, doch die wissenschaftliche Datenlage zu Zink und Allergien ist differenziert. Mechanistisch ist Zink an der Regulation von Mastzellen und der Histaminfreisetzung beteiligt – ein Mangel könnte allergische Reaktionen begünstigen. Allerdings zeigen Interventionsstudien mit Zinksupplementation bei bestehenden Allergien (z.B. Heuschnupfen, Asthma) meist nur geringe oder inkonsistente Effekte. Die Evidenz stammt überwiegend aus In-vitro- und Tierstudien; hochwertige randomisierte kontrollierte Studien am Menschen fehlen weitgehend. Zudem kann eine übermäßige Zinkaufnahme (z.B. >25 mg/Tag langfristig) zu Kupfermangel und neurologischen Symptomen führen. Für Allergiker ohne nachgewiesenen Zinkmangel ist eine routinemäßige Supplementation daher nicht empfohlen. Ein Bluttest auf Zinkspiegel (z.B. im Rahmen einer Stoffwechselanalyse) kann sinnvoll sein, wenn ein Mangel vermutet wird – aber nicht als Allergie-Diagnostik. Fazit: Zink ist kein ‚Allergie-Wundermittel‘, aber ein ausreichender Status unterstützt die Immunregulation. Die Werbeversprechen vieler Nahrungsergänzungsmittel übertreiben die klinische Evidenz.
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