Die Rolle von ACTN3 für Allergien ist wissenschaftlich nicht belegt. ACTN3 codiert für Alpha-Actinin-3, ein Protein, das vor allem in schnellen Muskelfasern vorkommt und mit sportlicher Leistung (Sprint, Kraft) in Verbindung gebracht wird. Einige Studien haben ACTN3-Polymorphismen (z. B. rs1815739) mit Muskelverletzungen oder Stoffwechselwegen assoziiert, aber nicht mit allergischen Erkrankungen wie Heuschnupfen, Asthma oder Nahrungsmittelallergien. Die vorhandene Evidenz ist spekulativ oder basiert auf kleinen, nicht reproduzierten Assoziationsstudien. Es gibt keine mechanistische oder klinisch relevante Verbindung zwischen ACTN3 und Immunantworten auf Allergene. Daher ist ein Gentest für ACTN3 im Kontext von Allergien nicht sinnvoll. Stattdessen sollten etablierte Faktoren wie IgE-Tests, Familienanamnese und Umweltfaktoren priorisiert werden. Die Behauptung einer solchen Rolle wäre irreführend und gehört eher in den Bereich Marketing als in die evidenzbasierte Medizin.
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