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Myths vs Facts: Homocystein und Fruchtbarkeit

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Myths vs Facts: Homocystein und Fruchtbarkeit

Homocystein ist ein schwefelhaltiges Aminosäure-Derivat, dessen erhöhte Spiegel (Hyperhomocysteinämie) mit Fruchtbarkeitsstörungen assoziiert sind. Studien zeigen einen Zusammenhang mit wiederholten Fehlgeburten, Präeklampsie und männlicher Infertilität (z. B. beeinträchtigte Spermienqualität). Allerdings ist die Evidenzlage moderat: Die meisten Daten stammen aus Fall-Kontroll- oder Kohortenstudien, nicht aus großen randomisierten kontrollierten Studien (RCTs). Ein verbreiteter Mythos ist, dass MTHFR-Varianten (z. B. C677T) direkt für Unfruchtbarkeit verantwortlich seien und eine spezielle Methylfolat-Supplementierung nötig mache. Tatsächlich zeigen Leitlinien und RCTs, dass Folsäure bei MTHFR-Varianten ausreichend ist und eine Methylfolat-Gabe keinen zusätzlichen Nutzen bringt. Ein weiterer Mythos: Homocystein-Senkung allein verbessere die Fruchtbarkeit. Zwar kann eine Supplementierung mit Folsäure, B12 und B6 den Homocysteinspiegel senken, aber ob dies die Schwangerschaftsrate erhöht, ist nicht eindeutig belegt. Die Praxis, Homocystein routinemäßig bei Fruchtbarkeitsproblemen zu messen, ist umstritten. Fazit: Homocystein ist ein relevanter Biomarker, aber kein alleiniger Faktor. Die Evidenz stützt keine pauschale Supplementierung ohne individuelle Indikation. Vorsicht vor Marketing, das MTHFR-Tests und teure Methylfolat-Präparate als Wundermittel anpreist.

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