Hormontests in den Wechseljahren messen meist Östradiol, FSH, LH und Progesteron. Diese Werte können Hinweise auf den menopausalen Status geben, sind aber aufgrund der starken zyklischen Schwankungen in der Perimenopause oft wenig aussagekräftig. Ein einzelner Test zu einem zufälligen Zeitpunkt reicht nicht aus, um den Hormonstatus verlässlich zu beurteilen. Die aktuelle Studienlage (z. B. NICE-Leitlinie) empfiehlt Hormontests vor allem bei Frauen unter 45 Jahren mit Zyklusveränderungen oder bei Verdacht auf vorzeitige Ovarialinsuffizienz. Bei typischen Wechseljahresbeschwerden über 45 Jahren ist eine Diagnose meist klinisch möglich. Heimtests aus dem Internet sind oft nicht standardisiert und können zu Fehlinterpretationen führen. Ein Arztbesuch mit gezielter Blutabnahme (am Zyklustag 2–5 oder nach 3 Monaten Amenorrhoe) ist zuverlässiger. Zudem sind Symptome wie Hitzewallungen, Schlafstörungen oder Stimmungsschwankungen nicht allein durch Hormonwerte erklärbar. Die Evidenz für den Nutzen breiter Hormonpanels ist moderat – sie können helfen, aber nicht alle Beschwerden abbilden. Vorsicht vor überteuerten Tests mit fragwürdigen Handlungsempfehlungen.
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