CYP2D6 ist ein Schlüsselenzym des Phase-I-Stoffwechsels, das viele Medikamente abbaut – darunter auch solche, die in den Wechseljahren häufig eingesetzt werden: selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) gegen Hitzewallungen und Tamoxifen zur Brustkrebsprävention oder -therapie. Ein direkter kausaler Zusammenhang zwischen CYP2D6-Varianten und dem natürlichen Verlauf der Menopause (z. B. Alter bei Menopause, Hormonspiegel) ist jedoch nicht gut belegt. Die Evidenz beschränkt sich auf pharmakogenetische Assoziationen: Träger langsamer Metabolisierer-Allele (z. B. *4, *5) haben höhere Wirkstoffspiegel und möglicherweise stärkere Nebenwirkungen oder veränderte Wirksamkeit. Einige Studien deuten auf eine Rolle von CYP2D6 im Östrogenstoffwechsel hin, aber die Effekte sind klein und nicht klinisch etabliert. In der Praxis wird ein CYP2D6-Gentest vor allem bei Tamoxifen-Therapie empfohlen, nicht aber zur Vorhersage von Wechseljahresbeschwerden. Die Aussagekraft für die allgemeine Menopause ist gering. Vorsicht vor überzogenen Marketingversprechen, die aus einem einzelnen SNP eine ‚Wechseljahre-Genetik‘ ableiten.
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