Die Frage nach einem Zusammenhang zwischen LCT (Laktase-Gen) und Allergien ist wissenschaftlich nicht klar belegt. LCT kodiert für das Enzym Laktase, das Laktose in Milch spaltet. Varianten wie rs4988235 bestimmen die Laktase-Persistenz und damit die Fähigkeit, Milchzucker im Erwachsenenalter zu verdauen. Eine Laktoseintoleranz ist keine Allergie, sondern eine Verdauungsstörung. Allergische Reaktionen auf Milch werden dagegen durch Immunreaktionen gegen Milchproteine (z. B. Kasein, Molke) ausgelöst, nicht durch Laktose. Es gibt keine robuste Evidenz, dass LCT-Varianten direkt das Allergierisiko erhöhen. Einige Studien untersuchen mögliche indirekte Zusammenhänge (z. B. über Darmmikrobiom oder veränderte Milchaufnahme), aber die Datenlage ist schwach und widersprüchlich. Direkt-to-Consumer-DNA-Tests für LCT sollten daher nicht zur Allergievorhersage verwendet werden. Bei Verdacht auf eine Milchallergie ist eine ärztliche Diagnostik (z. B. Pricktest, IgE-Bestimmung) notwendig. Die Evidenz für eine direkte LCT-Allergie-Verbindung ist unklar.
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