Die Frage, ob Ferritin bei Stress sinnvoll ist, lässt sich aus der vorliegenden Wissensbasis nicht direkt beantworten. Ferritin ist ein Speicherprotein für Eisen, dessen Spiegel bei Entzündungen (z. B. durch Stress) ansteigen kann, da Hepcidin die Eisenfreisetzung hemmt. Gleichzeitig kann chronischer Stress über eine gestörte Nahrungsaufnahme oder gastrointestinale Beschwerden zu einem Eisenmangel führen. Allerdings gibt es keine validierten Referenzbereiche für Ferritin in Bezug auf Stress allein, und die Messung ist kein etablierter Biomarker für Stressbelastung. Die Evidenz ist überwiegend mechanistisch und basiert auf allgemeinen physiologischen Zusammenhängen, nicht auf spezifischen Studien zu Ferritin und Stress. Zudem können andere Faktoren wie Entzündungen (CRP), Infektionen oder Eisenüberladung die Werte verfälschen. Ohne ärztliche Abklärung und ergänzende Parameter (z. B. Transferrinsättigung, CRP) ist ein isolierter Ferritinwert bei Stress nicht aussagekräftig. Die Nutzung von Ferritin-Tests im Rahmen von Consumer-Labordiagnostik sollte daher kritisch hinterfragt werden. Empfehlung: Bei Stresssymptomen besser etablierte Stressmarker (Cortisol, DHEA) oder ein kleines Blutbild mit Eisenstatus ärztlich prüfen lassen.
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