Selen ist ein essenzielles Spurenelement, das als Bestandteil von Selenoproteinen (z. B. Glutathionperoxidasen) die antioxidative Abwehr und die Schilddrüsenfunktion unterstützt. Ein optimaler Selenstatus kann indirekt den Schlaf fördern, da Schilddrüsenhormone den zirkadianen Rhythmus beeinflussen. Allerdings ist die direkte Evidenz für eine schlafverbessernde Wirkung von Selen beim Menschen schwach. Einige Beobachtungsstudien zeigen Zusammenhänge zwischen niedrigem Selenstatus und schlechterer Schlafqualität, aber randomisierte kontrollierte Studien fehlen weitgehend. Zudem ist die Dosis-Wirkungs-Kurve von Selen U-förmig: Sowohl Mangel als auch Überschuss (z. B. > 400 µg/Tag) können gesundheitsschädlich sein, inklusive Schlafstörungen durch Selenose. Bei Nahrungsergänzung sollte daher auf eine moderate Dosierung (ca. 55–70 µg/Tag für Erwachsene) geachtet werden, idealerweise nach Bestimmung des individuellen Status. Genetische Faktoren (z. B. Varianten in Selenoprotein-Genen) könnten die individuelle Antwort beeinflussen, sind aber nicht ausreichend belegt. Fazit: Selen ist für den Schlaf nicht primär relevant; eine ausgewogene Ernährung deckt meist den Bedarf. Supplementierung nur bei nachgewiesenem Mangel und unter ärztlicher Aufsicht.
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