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Wie hängen FTO und Sport zusammen?

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Wie hängen FTO und Sport zusammen?

Die Beziehung zwischen FTO und Sport ist ein gut untersuchtes, aber oft überinterpretiertes Thema. Das FTO-Gen (z. B. rs9939609) ist der am stärksten mit Adipositas assoziierte genetische Locus aus GWAS-Studien. Träger des Risikoallels (ca. 41 % der Europäer) haben im Durchschnitt ein um 1–2 kg höheres Körpergewicht. Wichtig: Der Effekt ist klein und wird durch Lebensstilfaktoren dominiert. Zahlreiche Studien zeigen, dass körperliche Aktivität den genetischen Nachteil teilweise ausgleichen kann – der BMI-Unterschied zwischen Risiko- und Nicht-Risikoträgern ist bei aktiven Menschen geringer als bei Inaktiven. Die Evidenz hierfür stammt aus großen Metaanalysen (z. B. Kilpeläinen et al., 2011, PMID:21896752). Allerdings ist die Interaktion moderat und nicht bei allen Populationen reproduzierbar. Consumer-DNA-Tests neigen dazu, die Bedeutung einzelner SNPs zu überschätzen. Für die Praxis bedeutet das: Regelmäßiger Sport ist für alle empfehlenswert, unabhängig vom FTO-Genotyp. Die genetische Veranlagung ist kein Schicksal, sondern ein kleiner Risikofaktor, der durch Bewegung gemildert werden kann. Eine personalisierte Trainingsempfehlung allein aus FTO abzuleiten, ist wissenschaftlich nicht haltbar.

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