Die Risiken und Grenzen von Gentests für ‚Stressbasis‘ liegen vor allem in der Überschätzung der Aussagekraft. Direkt-zu-Konsumenten-Tests (DTC) analysieren häufig Varianten in Genen wie ACE (Blutdruckregulation) oder COMT (Dopaminstoffwechsel). Die Assoziationen mit Stressreaktionen oder Blutdruck sind jedoch schwach, populationsabhängig und nicht diagnostisch. Der ACE-I/D-Polymorphismus hat nur einen kleinen Effekt auf die sportliche Leistung, und die ‚Warrior/Worrier‘-Bezeichnung für COMT ist stark vereinfacht. Auch die Messung von Cortisol zu Hause (z. B. Speicheltest) unterliegt methodischen Schwankungen (Tageszeit, Ernährung, Schlaf) und ist ohne ärztliche Einordnung kaum aussagekräftig. Die Evidenz basiert auf Beobachtungsstudien und GWAS, nicht auf randomisierten kontrollierten Studien. Fazit: Solche Tests können Neugier stillen, aber keine medizinische Diagnose oder Handlungsanleitung ersetzen. Lebensstilfaktoren (Ernährung, Bewegung, Schlaf, Stressmanagement) haben einen weitaus größeren Einfluss als einzelne Genvarianten.
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