FT4 (freies Thyroxin) ist ein zentraler Schilddrüsenmarker. Für die Fruchtbarkeit ist ein ausgeglichener Schilddrüsenstoffwechsel entscheidend – sowohl Über- als auch Unterfunktion können den Zyklus, die Eizellreifung und die Einnistung stören. Ein FT4 im unteren Normbereich (z. B. <12 pmol/l) wird oft mit subklinischer Hypothyreose assoziiert, die das Risiko für Zyklusstörungen und Fehlgeburten erhöht. Ein zu hoher FT4-Wert (Hyperthyreose) kann ebenfalls die Ovulation beeinträchtigen. Wichtig: FT4 allein reicht nicht – TSH und ggf. TPO-Antikörper sollten mitbestimmt werden, um eine Hashimoto-Thyreoiditis oder eine Schilddrüsenautonomie zu erkennen. Bei bestehendem Kinderwunsch wird ein TSH-Zielwert <2,5 mU/l empfohlen. Die Evidenz basiert auf klinischen Studien und Leitlinien (z. B. ATA, ETA). Cave: Einzelfallentscheidungen gehören in ärztliche Hand – Nahrungsergänzungsmittel oder Schilddrüsenhormone ohne Indikation können schaden. Genetische Tests auf Schilddrüsenvarianten (z. B. TSHR, FOXE1) haben für die Fertilität bislang keine klinische Relevanz.
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