Die Verbindung zwischen MTHFR-Varianten (v. a. C677T, rs1801133) und Langlebigkeit ist wissenschaftlich schwach belegt. MTHFR kodiert ein Schlüsselenzym im Folsäurestoffwechsel, das Homocystein reguliert. Erhöhtes Homocystein gilt als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die die Lebenserwartung beeinflussen können. Allerdings zeigen große GWAS-Studien nur sehr kleine Effekte einzelner MTHFR-SNPs auf die Gesamtmortalität. Die Variante ist häufig (ca. 30–40 % der Europäer tragen mindestens ein C-Allel) und die Effektstärke ist gering. Zudem wird der Homocysteinspiegel stark durch Ernährung (Folate, B-Vitamine) beeinflusst. Consumer-DNA-Tests stellen diesen Zusammenhang oft als direkten ‚Langlebigkeitsmarker‘ dar, was irreführend ist. Es gibt keine randomisierten Studien, die zeigen, dass eine MTHFR-basierte Supplementierung die Lebensspanne verlängert. Mechanistisch ist die Hypothese plausibel, aber die Evidenz für eine klinisch relevante Assoziation mit Langlebigkeit ist unzureichend. Vorsicht vor Überinterpretation: Ein einzelner Genbefund sagt nichts über die tatsächliche Lebenserwartung aus. Stattdessen sind Lebensstil, Ernährung und medizinische Vorsorge entscheidend.
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