Die Frage, ob das FTO-Gen bei Stress sinnvoll ist, lässt sich aus der aktuellen Studienlage nicht klar beantworten. FTO (Fat Mass and Obesity-Associated) ist vor allem durch genomweite Assoziationsstudien (GWAS) mit Körpergewicht, BMI und Adipositasrisiko in Verbindung gebracht worden. Einige Arbeiten deuten auf eine Rolle bei der Appetitregulation und dem Essverhalten unter Stress hin – etwa eine verstärkte Neigung zu stressinduziertem Überessen bei bestimmten Risikovarianten. Die Effektgrößen sind jedoch klein, und die Befunde nicht konsistent repliziert. MyBody-X bietet DNA-Tests an, die auch FTO-Varianten analysieren können. Allerdings ist der klinische Nutzen für das Stressmanagement derzeit gering: Ein Gentest allein sagt weder den aktuellen Cortisolspiegel noch die individuelle Stressresilienz voraus. Für eine ganzheitliche Stressdiagnostik sind etablierte Verfahren wie Fragebögen, Cortisol-Tagesprofile und ärztliche Beratung besser geeignet. Die Evidenz für FTO als „Stress-Gen“ ist daher als unklar (unclear) einzustufen. Caveat: Keine eigenständigen Ernährungs- oder Lebensstiländerungen allein aufgrund eines FTO-Befunds vornehmen.
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