Die CLOCK-Gene (Circadian Locomotor Output Cycles Kaput) steuern unsere innere Uhr und beeinflussen Schlaf-Wach-Rhythmus, Stoffwechsel und Hormonausschüttung. Im Sportkontext wird oft behauptet, dass bestimmte CLOCK-Varianten direkt über Leistungsfähigkeit entscheiden – das ist ein Mythos. Tatsächlich zeigen GWAS-Studien nur sehr kleine Effekte einzelner SNPs (z. B. rs1801260) auf Chronotyp oder Trainingsresponse. Die Tageszeit des Trainings hat einen größeren Einfluss auf die Leistung als die Genetik: Die Körpertemperatur, Muskelkraft und Reaktionszeit schwanken zirkadian um 5–10 %. Ein „Morgenmensch“ oder „Abendmensch“ zu sein, ist teils genetisch bedingt, aber durch Lichtexposition und Schlafhygiene modifizierbar. Die Evidenz ist überwiegend mechanistisch und aus Beobachtungsstudien; es fehlen große RCTs, die einen direkten kausalen Effekt von CLOCK-SNPs auf Sportergebnisse belegen. Fazit: CLOCK-Gene sind relevant für die individuelle Trainingsplanung (Timing), aber kein „Leistungsgen“. Wer seine innere Uhr kennt, kann Training und Ernährung besser abstimmen – das ist Fakt. Der Mythos, dass ein Gentest allein die optimale Trainingszeit verrät, ist wissenschaftlich nicht haltbar.
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