Die FTO-Variante rs9939609 (A-Allel) ist ein GWAS-bestätigter Risikofaktor für einen höheren BMI, jedoch mit geringer Effektstärke (OR ~1,3–2,1). Sie führt nicht zwangsläufig zu Übergewicht. Im Kontext von Sport zeigt die Evidenz, dass körperliche Aktivität den genetischen Effekt abschwächen kann – sogenannte „Gen×Umwelt-Interaktion“. Mehrere große Kohorten- und Interventionsstudien (z. B. DiOGenes, POUNDS LOST) deuten darauf hin, dass aktive Personen mit FTO-Risikoallel einen ähnlichen BMI erreichen wie inaktive Personen ohne Risikoallel. Allerdings ist die Interaktion nicht in allen Studien reproduzierbar, und die klinische Relevanz für individualisierte Sportempfehlungen bleibt begrenzt. Ein DNA-Test kann das Risiko benennen, aber keine spezifische Trainingsvorschrift geben. Die stärkste Strategie bleibt ein aktiver Lebensstil unabhängig vom Genotyp. Caveat: Die Evidenz basiert auf Assoziationsstudien; randomisierte kontrollierte Studien zur Gen-Sport-Interaktion sind rar. Für die Praxis bedeutet das: Sport ist für alle empfehlenswert, besonders aber für Träger des FTO-Risikoallels, da hier der relative Nutzen am größten sein könnte.
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