CRP (C-reaktives Protein) ist ein etablierter Biomarker für systemische Entzündungen. Erhöhte hsCRP-Werte (>3 mg/L) weisen auf eine chronische, niedriggradige Entzündung hin, die häufig mit Fatigue (Erschöpfung) assoziiert ist. Der Zusammenhang ist jedoch komplex und nicht vollständig geklärt. Studien zeigen, dass erhöhtes CRP bei Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis, Lupus, chronischen Infektionen oder dem Metabolischen Syndrom mit Fatigue korreliert. Auch bei Long-COVID wird eine persistierende Inflammation als mögliche Ursache diskutiert. Mechanistisch könnte die Entzündung über Zytokine wie IL-6 und TNF-α das zentrale Nervensystem beeinflussen und so Müdigkeit auslösen (sogenannte „Sickness Behavior“). Allerdings ist CRP kein spezifischer Fatigue-Marker; viele Menschen mit erhöhtem CRP haben keine Fatigue, und umgekehrt. Die Evidenz basiert überwiegend auf Beobachtungsstudien (human-moderate). Für eine individuelle Bewertung sind wiederholte CRP-Messungen und die Abgrenzung zu anderen Ursachen (z. B. Schlafstörungen, Depression, Eisenmangel) wichtig. Ein alleiniger CRP-Wert reicht nicht aus, um Fatigue zu erklären. Consumer-Labortests sollten daher immer im Gesamtkontext interpretiert werden.
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