Die Rolle von freiem T3 (FT3) im Kontext von Langlebigkeit ist wissenschaftlich nicht eindeutig geklärt. Einige Beobachtungsstudien an Hundertjährigen zeigen tendenziell niedrigere FT3-Spiegel im Vergleich zu jüngeren oder weniger gesunden Alten, was auf eine verringerte Stoffwechselrate hindeuten könnte – ein möglicher Mechanismus für Langlebigkeit. Allerdings ist FT3 kein direkter Biomarker für Langlebigkeit; es ist Teil der Schilddrüsenachse, die stark von Alter, Ernährung, Krankheit und Medikamenten beeinflusst wird. Niedriges FT3 kann auch auf eine nicht-thyreoidale Erkrankung („Low-T3-Syndrom“) hindeuten, die mit erhöhter Mortalität assoziiert ist. Die Evidenzlage ist daher gemischt: Es gibt keine randomisierten kontrollierten Studien, die FT3 als Ziel für Langlebigkeit bestätigen. Consumer-Tests, die FT3 isoliert betrachten, sind irreführend. Eine individuelle Bewertung im Kontext von TSH, fT4, Alter und Gesundheitszustand ist notwendig. Evidenz: human-moderate (Beobachtungsstudien, keine Interventionen).
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