Die Genetik der Menopause ist nur in sehr begrenzten Fällen wirklich sinnvoll. Es gibt GWAS-Studien, die zahlreiche Genvarianten (z.B. in CYP19A1, ESR1, MCM8) mit dem natürlichen Menopausenalter assoziieren, aber die Effektstärken sind klein und erklären nur einen Bruchteil der Varianz. Ein Gentest kann daher nicht zuverlässig vorhersagen, wann eine Frau in die Menopause kommt. Sinnvoll ist eine genetische Analyse allenfalls im Rahmen einer Familienanamnese mit früher Menopause (vor dem 40. Lebensjahr), um seltene monogene Ursachen (z.B. FMR1-Premutation) zu identifizieren. Ansonsten überwiegen Lebensstil, Rauchen, BMI und Umweltfaktoren. Viele kommerzielle Tests übertreiben den Nutzen und suggerieren eine Vorhersagekraft, die nicht belegt ist. Die Evidenz ist moderat (GWAS, populationsbasiert), aber nicht ausreichend für individuelle klinische Entscheidungen. Eine ärztliche Beratung ist vor und nach einem solchen Test unerlässlich.
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