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Ist Cortisol bei Schlaf sinnvoll?

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Ist Cortisol bei Schlaf sinnvoll?

Cortisol ist ein Stresshormon mit einem natürlichen zirkadianen Rhythmus: Der Spiegel ist morgens am höchsten und fällt über den Tag ab, um nachts ein Minimum zu erreichen. Für einen erholsamen Schlaf ist ein niedriger Cortisolspiegel in der Nacht essenziell. Ein erhöhter nächtlicher Cortisolspiegel – etwa durch chronischen Stress, Schlafmangel oder eine gestörte zirkadiane Rhythmik – kann das Einschlafen erschweren, die Schlafarchitektur verändern und die Tiefschlafphasen verkürzen. Die Messung von Cortisol (z. B. im Speichel oder Blut) kann daher Hinweise auf eine Dysregulation der Stressachse geben, ist aber kein Standard-Screening für Schlafstörungen. Die Evidenz für den Nutzen einer Cortisolbestimmung bei Schlafproblemen ist moderat: Es gibt mechanistische und beobachtende Studien, aber keine klaren klinischen Leitlinien, die eine routinemäßige Messung empfehlen. Einzelfallanalysen können bei Verdacht auf Cushing-Syndrom oder Nebenniereninsuffizienz sinnvoll sein, nicht jedoch bei allgemeinen Schlafbeschwerden. Direkt-zu-Verbraucher-Tests, die Cortisol als „Schlafmarker“ bewerben, überschätzen oft die klinische Relevanz. Fazit: Cortisol ist nicht direkt „sinnvoll“ für den Schlaf, sondern ein niedriger Spiegel ist Voraussetzung. Eine Messung kann bei spezifischen Fragestellungen helfen, ersetzt aber keine schlafmedizinische Abklärung.

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