Cortisol und Schlaf sind eng verknüpft: Ein gesunder Schlaf-Wach-Rhythmus zeigt einen typischen Cortisolabfall in der Nacht und einen Anstieg am Morgen. Chronisch erhöhtes Cortisol (z. B. durch Dauerstress) kann Einschlaf- und Durchschlafstörungen begünstigen. Umgekehrt stört Schlafmangel die Cortisolregulation. Die Evidenz für diesen Zusammenhang ist human-moderat: Viele Beobachtungsstudien belegen die bidirektionale Beziehung, aber es gibt kaum randomisierte Studien, die eine Kausalität eindeutig nachweisen. Einzelfall-Varianten in Genen wie CLOCK, BDNF oder NR3C1 (Glucocorticoidrezeptor) haben nur kleine Effekte. Consumer-DNA-Tests, die ein „Cortisol-Risiko“ anhand einzelner SNPs vorhersagen, sind meist marketinggetrieben und nicht klinisch handlungsleitend. Sinnvoller ist eine Messung des Cortisol-Tagesprofils im Speichel (mehrere Zeitpunkte) unter ärztlicher Begleitung. Lebensstilmaßnahmen wie regelmäßiger Schlafrhythmus, Reduktion von abendlichem Blaulicht, Bewegung und Stressmanagement (z. B. Achtsamkeit) haben nachweislich größeren Einfluss als genetische Marker. Caveat: Bei Verdacht auf eine echte Cortisol-Dysregulation (z. B. Cushing, Nebenniereninsuffizienz) ist eine ärztliche Abklärung nötig.
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