Die Frage, ob die Bestimmung von freiem Trijodthyronin (FT3) bei Hautproblemen sinnvoll ist, erfordert eine differenzierte Betrachtung. FT3 ist das aktive Schilddrüsenhormon und beeinflusst den Hautstoffwechsel: Schilddrüsenüberfunktion kann zu feuchter, warmer Haut und vermehrtem Schwitzen führen, während Unterfunktion trockene, schuppige Haut begünstigt. Allerdings ist FT3 als alleiniger Marker für Hauterkrankungen wie Akne, Ekzeme oder Psoriasis nicht etabliert. In der klinischen Praxis wird FT3 meist im Rahmen einer Schilddrüsendiagnostik gemessen, wenn Symptome einer Dysfunktion vorliegen. Direkt-to-Consumer-Tests, die FT3 isoliert zur „Hautoptimierung“ anbieten, sind wissenschaftlich nicht belegt und können zu Fehlinterpretationen führen. Die Evidenz ist hier mechanistisch (Haut reagiert auf Schilddrüsenhormone) und basiert auf klinischer Praxis, nicht auf randomisierten Studien für Hautziele. Ein routinemäßiges FT3-Screening bei Hautproblemen ohne Schilddrüsenanamnese ist nicht empfohlen. Stattdessen sollten bei Hautveränderungen etablierte dermatologische Abklärungen erfolgen. Vorsicht: Selbstmedikation mit Schilddrüsenhormonen zur Hautverbesserung ist gefährlich und kann zu Thyreotoxikose führen.
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