Cortisol, oft als ‚Stresshormon‘ bezeichnet, spielt eine komplexe Rolle beim Gewichtsmanagement. Chronisch erhöhte Cortisolspiegel – etwa durch anhaltenden Stress, Schlafmangel oder bestimmte Erkrankungen – können zu vermehrter Fetteinlagerung, insbesondere im Bauchbereich, sowie zu Heißhungerattacken und einem verlangsamten Stoffwechsel beitragen. Dies erschwert eine Gewichtsabnahme. Allerdings ist die direkte kausale Wirkung von Cortisol auf Gewichtsverlust beim gesunden Menschen schwach belegt. Die meisten Studien zeigen Assoziationen, aber keine eindeutige Kausalität. Zudem sind Cortisolmessungen im Speichel oder Blut tageszeitabhängig und variabel. Eine Reduktion von chronischem Stress durch Achtsamkeit, ausreichend Schlaf und Bewegung kann helfen, den Cortisolspiegel zu senken und so indirekt das Abnehmen zu unterstützen. Dennoch ist Cortisol kein primärer Angriffspunkt für Diäten oder Nahrungsergänzungsmittel. Die Evidenzlage ist gemischt: Es gibt mechanistische und beobachtende Studien, aber keine hochwertigen randomisierten kontrollierten Studien, die eine Cortisolsenkung als alleinige Strategie zur Gewichtsreduktion belegen. Vorsicht ist geboten vor Marketingversprechen, die Cortisol-Blocker oder -Regulatoren als Wundermittel anpreisen.
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