wie viel kostet ein gentest — was ist evidenzbasiert?
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TIKKI Wissensantwort
Die Kosten für einen Gentest variieren stark je nach Umfang und Anbieter. Direkt-zu-Verbraucher-Tests (DTC) wie 23andMe oder MyBody-X kosten meist zwischen 100 und 500 Euro, während klinische Ganzgenomsequenzierungen mehrere tausend Euro kosten können. Die Evidenzlage ist heterogen: Für seltene monogene Varianten (z. B. MC4R-Mutationen, die schwere frühkindliche Adipositas verursachen) gibt es starke humangenetische Evidenz. Für häufige Polymorphismen wie APOA2 oder FADS1/2 ist die Evidenz moderat und oft populationsabhängig. Viele DTC-Tests zu Nahrungsmittelunverträglichkeiten (IgG) oder „Stress-Genen“ haben keine ausreichende wissenschaftliche Basis und werden von Fachgesellschaften nicht empfohlen. Auch Hormontests (Cortisol, Testosteron) sind keine Gentests, sondern Labormessungen mit eigenen Einschränkungen – ein einzelner Blutwert sagt wenig über die HPA-Achse aus. Zusammengefasst: Ein evidenzbasierter Gentest sollte sich auf klar definierte, klinisch relevante Gene konzentrieren und von einem Arzt interpretiert werden. Die bloße Kostenangabe ohne Einordnung des Nutzens ist irreführend. Verbraucher sollten skeptisch sein bei Tests, die mit „personalisierten Ernährungsplänen“ oder „Risikoscores“ werben, ohne dass randomisierte Studien den Nutzen belegen.
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