Die Frage nach dem ‚Test Zöliakie‘ bezieht sich meist auf Gentests, die auf die HLA-Risikoallele DQ2 und DQ8 prüfen. Diese sind für die Entstehung einer Zöliakie notwendig, aber nicht ausreichend: Über 30 % der Bevölkerung tragen eines dieser Allele, doch nur etwa 1 % erkrankt tatsächlich. Ein positiver Gentest allein beweist keine Zöliakie – er kann die Erkrankung lediglich nicht ausschließen. Die Diagnose erfordert weiterhin spezifische Antikörpertests (tTG-IgA) und eine Dünndarmbiopsie. Viele Direktverbraucher-Gentests bieten diese HLA-Analyse an, oft ohne ausreichende Aufklärung über die geringe Vorhersagekraft. Ein negativer Test hingegen schließt eine Zöliakie mit hoher Sicherheit aus (negativ-prädiktiver Wert >99 %). Die Evidenz für den Nutzen solcher Gentests in der Allgemeinbevölkerung ist begrenzt; sie sind vor allem sinnvoll bei unklarer Serologie oder wenn eine Biopsie nicht möglich ist. Ohne ärztliche Einordnung kann ein positiver Befund unnötige Ängste oder Diäten auslösen. Fazit: Der Test ist ein Hilfsmittel, kein Diagnosewerkzeug. Wer echte Symptome hat, sollte einen Gastroenterologen aufsuchen.
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