Dinkel ist eine alte Weizenart und enthält Gluten – allerdings in einer anderen Zusammensetzung als moderner Weichweizen. Der Glutengehalt liegt meist zwischen 10 und 15 % des Proteins, ähnlich wie bei Weizen. Manche Menschen mit leichter Glutenunverträglichkeit berichten, Dinkel besser zu vertragen, aber wissenschaftliche Belege dafür sind schwach. Bei Zöliakie ist Dinkel absolut tabu, da die enthaltenen Glutenfraktionen (Gliadine) die autoimmune Reaktion auslösen. Die Annahme, Dinkel sei glutenfrei oder -arm, ist ein verbreiteter Mythos. Einige Studien zeigen, dass Dinkel sogar mehr bestimmte Gliadine enthalten kann als Weizen. Wer auf Gluten verzichten muss, sollte nur zertifiziert glutenfreie Getreidesorten wie Reis, Mais oder Hirse wählen. Die Evidenzlage ist moderat: Es gibt Analysen, aber keine eindeutige klinische Empfehlung für Dinkel bei Glutenempfindlichkeit. Ein Gentest auf Glutenunverträglichkeit (z. B. HLA-DQ2/DQ8) kann Klarheit bringen, ersetzt aber keine ärztliche Diagnose.
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