Die Frage, ob eine Senkung der Triglyceride bei Müdigkeit sinnvoll ist, lässt sich aus der vorliegenden Evidenz nicht direkt beantworten. Müdigkeit ist ein sehr unspezifisches Symptom mit zahlreichen möglichen Ursachen: Schlafmangel, Stress, Eisenmangel, Schilddrüsenunterfunktion, Depression oder auch chronische Entzündungen. Triglyceride sind ein Biomarker für den Fettstoffwechsel; erhöhte Werte sind vor allem ein Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, nicht aber eine etablierte Ursache von Müdigkeit. Es gibt keine hochwertigen Studien, die belegen, dass eine medikamentöse oder supplementäre Senkung der Triglyceride (z. B. mit Omega-3-Fettsäuren oder Fibraten) die Müdigkeit signifikant verbessert. In seltenen Fällen können extrem hohe Triglyceride (> 1000 mg/dl) auf eine Stoffwechselstörung hinweisen, die mit allgemeiner Schwäche einhergehen kann – dann ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll. Allerdings ist eine isolierte Triglyceridsenkung ohne Berücksichtigung der zugrunde liegenden Ursache (z. B. ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel, Diabetes) nicht zielführend. Zudem können hohe Dosen von Omega-3-Fettsäuren (> 5 g/Tag) das Blutungsrisiko erhöhen. Fazit: Bei Müdigkeit sollte primär die Ursache gesucht werden, nicht einfach der Triglyceridwert gesenkt werden. Die Evidenz für einen Nutzen ist schwach.
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