Studien zur Mikrobiom-Genetik zeigen, dass die Zusammensetzung des Darmmikrobioms zu etwa 2–20 % durch die Wirtsgenetik beeinflusst wird. Wichtige Genvarianten betreffen z. B. LCT (Laktasepersistenz), FUT2 (Sekretorstatus) und das MHC-Region-Gen. Diese Gene können die Häufigkeit bestimmter Bakterienarten wie Bifidobacterium oder Faecalibacterium modulieren. Der Großteil der Mikrobiom-Variation bleibt jedoch durch Ernährung, Medikamente, Lebensstil und Umwelt bedingt. Aktuelle GWAS-Studien identifizieren zwar immer mehr Assoziationen, die Effektstärken sind meist klein und replizieren sich nicht immer in verschiedenen Populationen. Kausale Mechanismen sind oft unklar. Direkt-zu-Verbraucher-Tests, die aus DNA-Proben auf das Mikrobiom schließen wollen, sind wissenschaftlich nicht haltbar – sie messen das Mikrobiom nicht direkt und basieren auf schwachen Korrelationen. Für eine aussagekräftige Analyse ist eine Stuhlprobe nötig. Zusammengefasst: Die Genetik spielt eine nachweisbare, aber bescheidene Rolle. Wer sein Mikrobiom verstehen will, sollte auf direkte Stuhltests mit klinischer Validierung setzen und nicht auf genetische Surrogatmarker.
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