Die Frage nach MTHFR und Allergien vereint zwei Themen, die in der Konsumentengenetik oft überbewertet werden. MTHFR-Varianten (insbesondere C677T) beeinflussen die Folatverwertung, aber die USPSTF 2023 und Fachgesellschaften lehnen ein Routinescreening ab – auch für Allergien gibt es keine belastbare Evidenz. Einige Studien untersuchten Zusammenhänge zwischen MTHFR-Polymorphismen und atopischen Erkrankungen (Asthma, Ekzem), die Ergebnisse sind jedoch inkonsistent und meist auf kleine Stichproben oder mechanistische Überlegungen beschränkt. Die Evidenz reicht nicht für eine klinische Handlungsempfehlung. Kommerzielle Tests suggerieren oft, dass eine ‚Methylierungsschwäche‘ Allergien begünstige und durch Supplemente (z. B. Methylfolat) behandelbar sei – dies ist spekulativ. Stattdessen sollten Betroffene auf bewährte Allergiemanagement-Strategien setzen: Allergenvermeidung, symptomatische Therapie und ggf. spezifische Immuntherapie. Ein MTHFR-Test liefert hierfür keine relevante Zusatzinformation. Vorsicht vor Marketingversprechen, die genetische Testergebnisse mit Allergielinderung verknüpfen – die Datenlage ist unzureichend.
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