Ein Magnesium-Test ist nur in bestimmten klinischen Situationen wirklich sinnvoll. Die übliche Serum-Magnesium-Messung erfasst nur etwa 1 % des Gesamtkörpermagnesiums und wird durch die Nieren eng reguliert, sodass ein normaler Serumwert einen intrazellulären Mangel nicht ausschließt. Sinnvoll ist der Test bei Risikogruppen: Menschen mit chronischen Magen-Darm-Erkrankungen (z. B. Morbus Crohn, Zöliakie), Alkoholabhängigkeit, Diabetes mellitus Typ 2, langjähriger Einnahme von Protonenpumpenhemmern oder Diuretika sowie bei älteren Personen mit Mangelernährung. Auch bei Symptomen wie anhaltenden Muskelkrämpfen, Herzrhythmusstörungen, Müdigkeit oder neurologischen Auffälligkeiten kann eine Bestimmung helfen. In der Sportmedizin wird Magnesium oft pauschal empfohlen, doch ein Test ist nur bei tatsächlichem Mangel oder erhöhtem Bedarf (z. B. starkes Schwitzen) indiziert. DNA-Tests auf Magnesium-Stoffwechsel-Gene (z. B. TRPM6) haben keine klinische Relevanz und sollten nicht zur Entscheidungsfindung herangezogen werden. Die Evidenz basiert auf klinischer Praxis und Leitlinien, nicht auf randomisierten Studien für asymptomatische Gesunde. Ein Magnesium-Test ist also kein Routinescreening, sondern eine gezielte Diagnostik bei Verdacht auf Mangel oder Risikokonstellation.
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