Die Frage nach HLA-DQ2 und Fruchtbarkeit ist differenziert zu betrachten. HLA-DQ2 ist ein genetischer Risikofaktor für Zöliakie, eine Autoimmunerkrankung, die bei unbehandelten Fällen die Fruchtbarkeit beeinträchtigen kann – etwa durch Nährstoffmangel oder Entzündungen. Allerdings ist HLA-DQ2 nicht direkt ein Fruchtbarkeitsmarker. Viele Menschen mit HLA-DQ2 entwickeln nie eine Zöliakie, und die Assoziation mit Fruchtbarkeitsproblemen ist indirekt und schwach. Ein direkter-to-consumer-DNA-Test auf HLA-DQ2 allein liefert keine aussagekräftige Information über die Fruchtbarkeit. Die Evidenz basiert auf Beobachtungsstudien zu Zöliakie und Fertilität, nicht auf prospektiven Studien zu HLA-DQ2 als Prädiktor. Zudem unterliegen solche Tests in Deutschland dem GenDG, das eine ärztliche Beratung vorschreibt. Fazit: HLA-DQ2 ist für die Fruchtbarkeit nicht sinnvoll, es sei denn, es besteht ein begründeter Verdacht auf Zöliakie. Dann sollte eine vollständige Diagnostik (Serologie, Biopsie) erfolgen. Ohne klinischen Kontext ist der Test irreführend.
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