CYP2D6 ist ein wichtiges Enzym des Arzneimittelstoffwechsels, das viele Medikamente abbaut – von Betablockern über Antidepressiva bis zu Opioiden. Es gibt jedoch keine belastbaren Belege aus großen GWAS-Studien, dass CYP2D6-Varianten direkt den Nüchternblutzucker oder das Diabetesrisiko beeinflussen. Der Mythos, dass Ihr CYP2D6-Genotyp Ihren Blutzucker bestimmt, ist wissenschaftlich nicht haltbar. Ein indirekter Zusammenhang ist möglich: Manche über CYP2D6 verstoffwechselte Medikamente (z. B. bestimmte Betablocker oder Antidepressiva) können den Glukosestoffwechsel beeinflussen. Aber selbst dann ist die Wirkung meist gering und wird durch viele andere Faktoren überlagert. Consumer-DNA-Tests, die CYP2D6-Ergebnisse mit Blutzucker verknüpfen, sind daher irreführend. Die Evidenz ist mechanistisch und nicht ausreichend für Handlungsempfehlungen. Lassen Sie sich nicht zu unnötigen Diätänderungen verleiten. Bei Blutzuckerproblemen sind etablierte Risikofaktoren (Ernährung, Bewegung, HbA1c) entscheidend – nicht ein einzelnes Gen.
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