Homocystein ist ein Abbauprodukt des Aminosäurestoffwechsels, dessen erhöhte Spiegel mit kardiovaskulären Risiken und einem Mangel an B-Vitaminen (Folsäure, B12, B6) assoziiert sind. Bei Fatigue (Müdigkeit) kann ein Homocystein-Test sinnvoll sein, wenn ein Vitamin-B-Mangel als Ursache vermutet wird – etwa bei veganer Ernährung, Magen-Darm-Erkrankungen oder bestimmten Medikamenten. Allerdings ist die Evidenz für einen direkten kausalen Zusammenhang zwischen erhöhtem Homocystein und Fatigue schwach. Studien zeigen, dass eine Senkung des Homocysteinspiegels durch Supplementierung nicht zwangsläufig die Müdigkeit verbessert. Der Test ist daher kein spezifischer Fatigue-Marker, sondern eher ein indirekter Hinweis auf mögliche Nährstoffdefizite. Ohne begleitende Symptome oder Risikofaktoren ist ein Homocystein-Test bei Fatigue aus wissenschaftlicher Sicht nicht routinemäßig empfohlen. Vorsicht vor übertriebenen Marketingversprechen, die Homocystein als alleinigen „Ermüdungsmarker“ bewerben. Eine ärztliche Abklärung mit umfassenderem Blutbild und Vitaminstatus ist sinnvoller.
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