Die Bewertung von TSH-Werten bei Senioren ist komplex und birgt spezifische Risiken und Grenzen. Der Referenzbereich für TSH steigt mit dem Alter physiologisch an, sodass ein leicht erhöhter TSH-Wert bei über 70-Jährigen oft noch normal ist. Eine Überinterpretation kann zu unnötigen Behandlungen mit Schilddrüsenhormonen führen, die besonders bei älteren Menschen Risiken wie Herzrhythmusstörungen oder Knochendichteverlust bergen. Zudem können akute Erkrankungen, Medikamente (z.B. Glukokortikoide, Dopamin) oder eine nicht-thyreoidale Erkrankung („euthyroid sick syndrome“) den TSH-Wert vorübergehend senken oder erhöhen. Ein einzelner TSH-Test reicht daher nicht aus; eine vollständige Diagnostik mit fT4, fT3 und Antikörpern ist notwendig. Die Evidenz basiert auf klinischer Praxis und Leitlinien, nicht auf randomisierten Studien für diese spezifische Altersgruppe. Vorsicht ist geboten: Keine Selbstmedikation mit Schilddrüsenhormonen basierend auf Heimtests.
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