Mythos: Homocystein sei allein genetisch bedingt (z. B. MTHFR-Varianten). Fakt: Homocystein wird stark durch Ernährung (Folsäure, B12, B6), Lebensstil (Rauchen, Kaffee, Bewegung) und Hormone beeinflusst. In der Menopause sinkt Östrogen, was den Homocysteinspiegel erhöht – ein normaler physiologischer Vorgang, kein Defekt. Mythos: Nahrungsergänzung senke immer das kardiovaskuläre Risiko. Fakt: Supplemente senken Homocystein, aber große RCTs (z. B. VITATOPS, HOPE-2) zeigen keinen signifikanten Nutzen für Herzinfarkt oder Schlaganfall. Mythos: Hohes Homocystein verursache direkt Herzkrankheiten. Fakt: Es ist ein Risikomarker, aber die Kausalität ist nicht bewiesen – Entzündung, Nierenfunktion und andere Faktoren spielen mit. Consumer-DNA-Tests zu MTHFR überschätzen oft die klinische Relevanz. Für Frauen in der Menopause gilt: Homocystein messen lassen, aber nicht reflexartig supplementieren. Evidenzlage gemischt – individuelle Beratung durch Arzt oder Ernährungsfachkraft empfohlen.
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