Der Omega-3-Index misst den Anteil von Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) in den roten Blutkörperchen und gilt als Marker für die langfristige Omega-3-Versorgung. Ein niedriger Index (<4 %) wird mit erhöhter Entzündungsaktivität in Verbindung gebracht, die wiederum Müdigkeit (Fatigue) begünstigen kann. Studien zeigen, dass eine Supplementierung mit EPA/DHA bei Personen mit niedrigem Ausgangswert die subjektive Erschöpfung reduzieren kann – allerdings sind die Effekte moderat und nicht bei allen Probanden reproduzierbar. Die Evidenzlage ist daher als „mixed“ einzustufen: Es gibt mechanistische und einige klinische Hinweise, aber keine starke, konsistente RCT-Bestätigung. Direkt-to-Consumer-Tests (z. B. MyBody-X) bieten den Omega-3-Index als Biomarker an, jedoch fehlen oft unabhängige Validierungen und Referenzbereiche für spezifische Fatigue-Zustände. Ein Mythos ist, dass ein hoher Index automatisch vor Müdigkeit schützt – tatsächlich spielen Schlafqualität, Stress, Eisenstatus und Schilddrüsenfunktion eine größere Rolle. Fakt ist: Ein optimaler Omega-3-Index (8–11 %) kann die Zellmembranfunktion und Entzündungsregulation unterstützen, aber Fatigue ist multifaktoriell. Wer anhaltende Müdigkeit hat, sollte vor einer Supplementierung andere Ursachen medizinisch abklären lassen.
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