Im Blut lässt sich eine Vielzahl von Substanzen und Markern nachweisen, die Aufschluss über Gesundheit, Stoffwechsel, Hormonstatus und genetische Veranlagungen geben können. Dazu gehören klassische Blutbildparameter (Erythrozyten, Leukozyten, Thrombozyten), klinische Chemie (Glukose, Cholesterin, Leber- und Nierenwerte), Hormone wie Östradiol und Progesteron (zyklusabhängig) sowie Entzündungsmarker wie CRP. Auch genetische Varianten (z. B. IL-6 rs1800795) können analysiert werden, allerdings mit kleinen Effektstärken und ohne direkte Diagnose. Direkt-zu-Verbraucher-Tests (DTC) bieten oft nur Ausschnitte und können keine klinische Diagnostik ersetzen. Die Interpretation erfordert ärztliche Begleitung, da Einzelwerte ohne Kontext (Tageszeit, Zyklusphase, Medikamente) irreführend sein können. Zudem unterliegen Gentests in Deutschland dem Gendiagnostikgesetz (GenDG), das ärztliche Aufklärung und Beratung vorschreibt. Zusammenfassend: Blutanalysen können viele Bereiche abdecken, aber die Aussagekraft hängt stark von der Fragestellung, der Methodik und der individuellen Situation ab. Evidenz: gemischt – teils gut belegt (klinische Routine), teils limitiert (DTC-Genetik).
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