Östrogene sind eine Gruppe von Steroidhormonen, die vor allem in den Eierstöcken produziert werden und eine zentrale Rolle im weiblichen Fortpflanzungssystem spielen. Sie regulieren den Menstruationszyklus, beeinflussen Knochendichte, Haut, Gefäße und das Herz-Kreislauf-System. Auch Männer produzieren geringe Mengen Östrogen, hauptsächlich durch Umwandlung von Testosteron. Ein Arztbesuch ist angezeigt bei Symptomen eines Ungleichgewichts: unregelmäßige oder ausbleibende Menstruation, starke Hitzewallungen, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, unerklärliche Gewichtszunahme oder Libidoverlust. Auch bei vorzeitiger Menopause (vor dem 40. Lebensjahr) oder bei Verdacht auf Östrogendominanz (z. B. Brustspannen, Myome, Endometriose) sollte man ärztlichen Rat suchen. Wichtig: Östrogenwerte allein sagen wenig aus – sie schwanken zyklusabhängig und werden durch viele Faktoren beeinflusst. Ein Hormonstatus sollte immer im klinischen Kontext interpretiert werden. Selbsttests auf Östrogen (Speichel, Blut) sind oft irreführend, da Referenzbereiche uneinheitlich sind. Die Evidenz für den Nutzen solcher Tests ohne ärztliche Begleitung ist schwach. Bei Beschwerden ist der Gang zum Gynäkologen oder Endokrinologen der sicherste Weg.
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