VKORC1 kodiert die Untereinheit 1 des Vitamin-K-Epoxid-Reduktase-Komplexes, ein Schlüsselenzym für die Regeneration von Vitamin K. Vitamin K wiederum ist an der Aktivierung von Proteinen beteiligt, die den Kalziumstoffwechsel und möglicherweise die Insulinsekretion beeinflussen. Es gibt jedoch keine starke, direkte humanmedizinische Evidenz dafür, dass VKORC1-Varianten den Blutzuckerspiegel signifikant beeinflussen. Die bekannten klinischen Effekte von VKORC1-Polymorphismen beziehen sich fast ausschließlich auf die Warfarin-Dosierung. Einige tierexperimentelle und epidemiologische Studien deuten auf einen Zusammenhang zwischen Vitamin-K-Status und Insulinresistenz hin, aber die Rolle von VKORC1 bleibt hier spekulativ. Consumer-DNA-Tests, die VKORC1 im Kontext von Blutzucker anführen, überschätzen daher meist die Evidenz. Die genetischen Effekte sind klein und nicht klinisch handlungsleitend. Eine Anpassung der Ernährung oder Medikation allein aufgrund eines VKORC1-Tests ist nicht empfohlen. Bei Einnahme von Gerinnungshemmern ist ärztliche Rücksprache zwingend erforderlich.
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