Bei Verdacht auf Eisenmangel sollten mehrere Laborwerte kombiniert betrachtet werden, da kein einzelner Marker allein ausreicht. Der wichtigste Parameter ist **Ferritin**, das die Eisenreserven im Körper anzeigt. Ein Ferritinwert unter 30 ng/ml gilt als Eisenmangel, wobei einige Labore bereits Werte unter 50 ng/ml als suboptimal einstufen. **Serum-Eisen** und **Transferrin** (oder **Transferrinsättigung**) geben Auskunft über das im Blut zirkulierende Eisen und dessen Transportkapazität. Eine Transferrinsättigung unter 20 % deutet auf Eisenmangel hin. **Hämoglobin** und **Hämatokrit** zeigen eine manifeste Anämie an, sind aber späte Marker. **MCV** (mittleres Erythrozytenvolumen) und **MCH** (mittleres korpuskuläres Hämoglobin) fallen bei chronischem Eisenmangel niedrig aus (mikrozytäre, hypochrome Anämie). **Löslicher Transferrin-Rezeptor (sTfR)** ist ein sensitiver Marker, der nicht durch Entzündungen verfälscht wird. **CRP** sollte mitbestimmt werden, um eine Entzündung als Ursache für erhöhtes Ferritin auszuschließen. Caveat: Ferritin ist ein Akute-Phase-Protein – bei Entzündung kann es trotz Eisenmangel normal oder erhöht sein. Die Interpretation sollte immer durch einen Arzt erfolgen, insbesondere bei chronischen Erkrankungen. Die Evidenz für diese Parameter ist stark (klinische Leitlinien).
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