Ein reiner Testosteron-Test (Blut, Speichel) ist kein etabliertes Werkzeug zur Beurteilung der Darmgesundheit. Testosteron beeinflusst zwar indirekt die Darmbarriere, das Mikrobiom und die Immunregulation – die Forschung dazu ist jedoch noch vorläufig und überwiegend mechanistisch oder tierexperimentell. Ein einzelner Testosteronwert sagt nichts über Entzündungsmarker, Permeabilität oder Bakterienvielfalt im Darm aus. Bei Verdacht auf eine Darmstörung sind spezifischere Verfahren wie Stuhlanalysen (Calprotectin, Mikrobiom), Atemtests (Laktose, Fruktose) oder Endoskopie sinnvoller. Zudem unterliegt Testosteron starken tageszeitlichen Schwankungen; ein Einzelwert ist wenig aussagekräftig. Ohne ärztliche Indikation (z. B. Hypogonadismus-Symptome) kann ein Test unnötige Verunsicherung oder Supplementierung auslösen. Evidenz: unklar – es fehlen klinische Studien, die einen direkten Nutzen für die Darmgesundheit belegen.
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