Die Idee, dass man mit einem Gentest das optimale Training oder die beste Ernährung für Frauen ableiten kann, ist verlockend, aber die wissenschaftliche Basis ist dünn. Die meisten sogenannten „Sportgene“ (z. B. ACTN3, ACE) wurden in kleinen, oft nicht reproduzierten Studien untersucht. Die Effekte sind klein und für Frauen oft nicht separat validiert. Hinzu kommt, dass viele kommerzielle Tests auf übertriebenen Marketingversprechen beruhen. Ein Gentest kann allenfalls eine grobe Tendenz anzeigen – etwa ob jemand eher zu Ausdauer- oder Kraftsport neigt –, aber die individuelle Trainingssteuerung sollte auf Leistungsdiagnostik, subjektivem Empfinden und Ernährungsprotokollen basieren. Für Frauen spielen zudem hormonelle Zyklen eine große Rolle, die in den meisten Genstudien ignoriert werden. Mein Rat: Nutzen Sie DNA-Ergebnisse als neugierigen Hinweis, nicht als Handlungsanweisung. Arbeiten Sie mit einem erfahrenen Coach zusammen, der Ihre tatsächliche Reaktion auf Training und Ernährung misst. Die Evidenz ist moderat und oft von Marketing überlagert.
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