Die Verbindung zwischen ADH1B und Müdigkeit ist indirekt und wird hauptsächlich über den Alkoholstoffwechsel vermittelt. ADH1B kodiert für die Alkoholdehydrogenase, die Ethanol zu Acetaldehyd abbaut. Bestimmte Varianten (z. B. ADH1B*2) führen zu einer schnelleren Umwandlung, was nach Alkoholkonsum zu einem raschen Anstieg von Acetaldehyd und damit zu Symptomen wie Gesichtsrötung, Übelkeit und auch Müdigkeit führen kann. Diese Müdigkeit ist jedoch akut und alkoholinduziert, nicht eine allgemeine Erschöpfung. Die Evidenz für einen direkten Zusammenhang zwischen ADH1B-Polymorphismen und chronischer Müdigkeit ohne Alkoholkonsum ist schwach und beruht auf kleinen Beobachtungsstudien. Ein Gentest kann diese Neigung aufzeigen, aber die klinische Relevanz für alltägliche Müdigkeit ist begrenzt. Die Ergebnisse sollten nicht als alleinige Erklärung für Erschöpfungszustände herangezogen werden.
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