Unterschied Laienmeinung vs Evidenz: Sportgene Basis
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TIKKI Wissensantwort
Die Laienmeinung zu „Sportgenen“ ist oft von vereinfachenden Versprechungen geprägt: Ein einzelner Gen-Test (z. B. „Warrior“-COMT oder ACTN3) soll verraten, ob man zum Ausdauer- oder Kraftsport geboren ist. Die wissenschaftliche Evidenz ist jedoch deutlich zurückhaltender. Sportliche Leistung ist polygen (hunderte Gene mit winzigen Effekten) und wird stark durch Training, Ernährung, Schlaf und Psyche beeinflusst. Selbst gut untersuchte Varianten wie ACTN3 R577X erklären nur wenige Prozent der Varianz in Sprint- oder Kraftleistung. Die im Kontext erwähnte COMT-Variante rs4680 hat einen sehr kleinen Effekt auf Stressresistenz (Beta ~0,07 pro Kopie) und ist zudem populationsabhängig. Direkt-zu-Konsumenten-Tests wie INFINITY/NutriCare bieten oft „genetische Risikoscores“ ohne validierte Grenzwerte und ohne Peer-Review-Validierung. Die Evidenz für personalisierte Sportempfehlungen aus solchen Tests ist derzeit als schwach bis marketinggetrieben einzustufen. Ein seriöser Umgang erkennt die Limitationen an und stellt den Lebensstil in den Vordergrund.
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