Selen ist ein essenzielles Spurenelement, das als Bestandteil von Selenoproteinen (z. B. Glutathionperoxidasen) antioxidativ und entzündungshemmend wirkt. Diese Funktionen könnten die Darmgesundheit theoretisch unterstützen, indem sie oxidativen Stress in der Darmschleimhaut reduzieren und die Immunregulation im Darm verbessern. Einige tierexperimentelle Studien deuten auf einen Einfluss auf die Mikrobiota-Zusammensetzung hin, jedoch fehlen große, kontrollierte Humanstudien, die einen klaren kausalen Zusammenhang zwischen Selenstatus und Darmgesundheit belegen. Zudem ist die Datenlage widersprüchlich: Sowohl Selenmangel als auch -überschuss können schädlich sein. Bei Selbsttests (z. B. MyBody-X) wird Selen meist nicht direkt gemessen; eine Supplementierung ohne vorherige Laborbestimmung ist nicht empfehlenswert. Fazit: Die Verbindung ist mechanistisch plausibel, aber klinisch nicht ausreichend belegt. Eine ausgewogene Ernährung mit selenreichen Lebensmitteln (z. B. Paranüsse, Fisch) ist sinnvoll, jedoch ohne übermäßige Supplementierung.
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