Die Frage nach einem Zusammenhang zwischen Gewichtszunahme und Cortisolmangel ist komplex. Ein Cortisolmangel (Nebenniereninsuffizienz) führt klassischerweise eher zu Gewichtsverlust, Müdigkeit und niedrigem Blutdruck – nicht zu Gewichtszunahme. Gewichtszunahme trotz Diät wird häufiger mit chronischem Stress und erhöhtem Cortisol (z. B. Cushing-Syndrom) assoziiert. Ein einzelner morgendlicher Cortisoltest im Speichel oder Blut gibt nur eine Momentaufnahme und ist nicht ausreichend für eine Diagnose. Die Evidenz für einen Zusammenhang zwischen niedrigem Cortisol und Gewichtszunahme ist schwach und basiert auf Praxisbeobachtungen, nicht auf robusten Studien. Bei anhaltender Gewichtszunahme trotz Diät sollten andere Ursachen (Schilddrüse, Insulinresistenz, Medikamente) ärztlich abgeklärt werden. Ein Cortisoltest allein kann keine verlässliche Aussage über die Stressachse liefern; dynamische Tests (z. B. ACTH-Stimulation) sind notwendig. Die Aussagekraft von Heimtests ist begrenzt.
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