Ein Gen ist eine grundlegende Einheit der Vererbung, die aus einem Abschnitt der DNA (Desoxyribonukleinsäure) besteht. Es enthält die Bauanleitung für Proteine oder funktionelle RNA-Moleküle, die nahezu alle Prozesse im Körper steuern – von der Zellteilung bis zum Stoffwechsel. Der Mensch hat etwa 20.000 Gene, die auf Chromosomen angeordnet sind. Varianten (Polymorphismen) in Genen, wie z. B. rs7903146 im TCF7L2-Gen, können das Risiko für Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes leicht erhöhen, sind aber selten allein entscheidend. Die meisten Merkmale und Krankheiten entstehen durch das Zusammenspiel vieler Gene und Umweltfaktoren. Direkt-zu-Verbraucher-Tests (DTC) analysieren oft einzelne Genvarianten, deren Effekte meist sehr klein sind. Ein Gentest sagt nicht definitiv voraus, ob eine Krankheit ausbricht. Die Bezeichnung „Gen für Langlebigkeit“ oder „Diabetes-Gen“ ist irreführend, da die tatsächliche Wirkung meist schwach und kontextabhängig ist. Ein Gen ist also ein Bauplan, kein Schicksal.
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